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Im Moment bereiten wir die Inhalte für diesen Bereich vor. Um Sie auf gewohntem Niveau informieren zu können, werden wir noch ein wenig Zeit benötigen. Bitte schauen Sie daher bei einem späteren Besuch noch einmal auf dieser Seite vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse!

1. Bericht von Josef Grieger

 
Geboren wurde ich am 02.10.1912 in Oberwischau. Meine Eltern waren Rudolf Grieger und Julianne Grieger geb. Vrabel. Ich wurde auf den Namen Joses getauft. Wir waren fünf Geschwister, davon war ich der älteste. Die ersten Lebensjahre sind schön gewesen. Aber als ich 12 Jahre alt war, starb meine Mutter und so wurden wir zu Halbweisen. Vater arbeitete den ganzen Tag und so musste ich für meine Geschwister sorgen. Zum Glück wohnte eine Tante in der Nähe. Sie schaute immer wieder rein und half mir. Die Schulzeit war für mich auch ziemlich schwierig. Der Unterricht war in ungarischer Sprache. Da ich die Sprache nicht verstand, fehlte ich immer wieder von der Schule. Eines Tages kam mein Vater heim und sagte uns, dass wir eine andere Mutter bekommen werden. Zuerst war das Zusammenleben mit der Stiefmutter schwierig. Sie brachte auch ein Kind mit. Es hatte eine Zeit gedauert, bis wir uns arrangiert haben. Jetzt musste ich weiter zur Schule gehen. Glücklicherweise wurde eine deutsche Schule eröffnet  und mir machte der unterricht Freude. Nach der 4. Klasse meinte mein Vater, dass ich genug alt sei, um Arbeiten zu gehen. Ich sollte wie er als Waldarbeiter arbeiten. Das wollte ich nicht und bat ihn, mich als Zimmermann auszubilden. Meinem Vater war es nicht recht. Ich aber setzte mich durch. Mit 21 ging ich zum Militär. Nach zwei Jahren war die Dienstzeit zu Ende und ich kehrte heim. Danach änderte sich mein Leben, denn ich hatte mich verliebt. Ihr Name war Katharina Beschkid. Am 27.12.1936 haben wir geheiratet. So begann mein eigenes Familienleben. 1938 wurde ich wieder als Reservist eingezogen. Als die ungarische Armee 1940 in Siebenbürgen einmarschierte wurde ich entlassen. Daheim war die Lage sehr schlecht. Die Rumäner nahmen alles mit, als sie von diesem Landesteil abgezogen wurden. Es blieb fast nichts übrig. Diese schwierige Lage zwang uns, über die Berge bei den rumänischen Bauern zu arbeiten. Manchmal gab es Lebensmittel, manchmal auch etwas Geld. Dann ging es zu Fuß über den Bergen nach Hause. Unter der ungarischen Besatzung war es noch schlimmer als unter der rumänischen. Es dauerte nicht lange und ich bekam die Einberufung zum ungarischen Militär. Viele Oberwischauer bekamen solche Einberufungen, aber wir weigerten uns und gingen zum deutschen Militär. Wir kamen nach Wien, wo wir Soldatenkleidung  kriegten.  Man verteilte uns auf die Einheiten und wir begannen mit der Ausbildung. Diese dauerte zwei Monate. Ein Spruch ging um: „Ihr müsst richtige deutsche Soldaten werden!“ Dann ging es an die Front. Diese Zeit war die schwärzeste meines Lebens. Die Kugeln pfiffen links und rechts und ich sah viele Kameraden fallen. Ich hatte nur eine Schusswunde am Fuß und war somit noch in einem guten Zustand. In Budapest  geriet ich in Gefangenschaft als deutscher Soldat. Ich wurde wie ein Tier geschlagen, in Viehwaggons gehalten und gefoppt. Das erste Mal gab es nach zwei Tagen etwas zum Essen. Ein wenig Wasser und ein „Kanten“ Brat. Der Zug brachte uns nach Odessa. Nach der Ankunft wurden die Toten begraben und die anderen ins Lager geführt. Die Zeit im Arbeitslager war sehr hart. Von Odessa wurden wir nach Wien überführt. Am 15.11.1949 wurde ich frei gelassen. Ich kehrte nach Hause zurück und wusste nicht, was mich dort erwartete. Meine Frau hatte mich fast nicht mehr erkannt, denn ich wog nur noch 50 kg. Als ich fort ging, hatte ich sie schwanger und mit sechs Jahre alten Julius (Gyula) zurück gelassen. Meine Tochter Käthe kam im September 1944 zur Welt. Die Kinder kannten mich nicht. Das Leben war nach dem Krieg schwer. Mit Gottes Hilfe aber haben wir es geschafft. Ich habe Arbeit gefunden und es fing an, vorwärts zu gehen. Im Januar 1955 haben wir noch eine Tochter Julianne (Jutzi) bekommen. Am 18.021982 sind wir nach Deutschland ausgewandert.  Zusammen mit unserer Tochter Käthe, Schwiegersohn Georg (Dyurka) und den Enkelkinder Helga, Conny, Antonella sind wir an den Bodensee gezogen. Seitdem lebe ich in Radolfzell bei meiner jüngsten Tochter – Jutzi – welche mit Alfred Haltmaier verheiratet ist. Am 27.12.1986 durfte ich mit meiner Frau Kati GOLDENE HOCHZEIT feiern. Sie ist leider am 10.02.1993 verstorben. 10 Jahre  später am 13.02.2003 ist auch mein Sohn Gyula verstorben. Heute bin ich froh und dankbar, dass ich meinen 93. Geburtstag am 02.10.2005 im Kreis meiner Kinder, Enkelkinder und Urenkel feiern konnte.

 

Josef Grieger


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